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Star Wars Jedi: Fallen Order

Respawns Einzelspieler-Abenteuer verbindet Lichtschwertkämpfe, Erkundung und Rätsel zu einer stimmungsvollen Reise durch eine Galaxis unter imperialer Kontrolle.

·8 Min. Lesezeit
Cover von Star Wars Jedi: Fallen Order

Star Wars Jedi: Fallen Order ist ein Action-Adventure von Respawn Entertainment, das eine der spannendsten Zeiten der Star-Wars-Geschichte für ein eigenes Abenteuer nutzt. Die Handlung spielt nach der Order 66: Der Jedi-Orden ist fast vollständig ausgelöscht, das Imperium beherrscht die Galaxis und jeder überlebende Jedi muss um sein Leben fürchten.

Das Spiel verbindet klassische Star-Wars-Motive mit Elementen aus Action-Adventures und Soulslike-Spielen. Es gibt rasante Lichtschwertkämpfe, verwinkelte Planeten, kleine Rätsel und jede Menge Möglichkeiten, abseits des eigentlichen Weges etwas zu entdecken. Dabei bleibt Fallen Order vor allem eines: ein konzentriertes Einzelspieler-Abenteuer ohne Multiplayer, Lootboxen oder ständig aufpoppende Nebenaufgaben.

Ein Padawan auf der Flucht

Im Mittelpunkt steht Cal Kestis, ein junger Padawan, der die Vernichtung des Jedi-Ordens überlebt hat und sich seitdem versteckt. Cal arbeitet zunächst unerkannt als Schrotthändler. Als seine Vergangenheit ans Licht kommt, wird er vom Imperium gejagt und muss seine Fähigkeiten wiederentdecken.

Dabei erhält er Unterstützung von der ehemaligen Jedi Cere Junda, dem Piloten Greez Dritus und dem kleinen Droiden BD-1. Besonders BD-1 wächst einem schnell ans Herz. Der freundliche Droide begleitet Cal nicht nur auf Schritt und Tritt, sondern ist auch spielerisch wichtig: Er hackt Terminals, heilt Cal und hilft dabei, bisher unerreichbare Bereiche zu erkunden.

Die Geschichte möchte ich an dieser Stelle nicht weiter vorwegnehmen. Sie erzählt eine persönliche Reise, bleibt dabei aber fest im Star-Wars-Universum verankert. Vertraute Schauplätze, Fahrzeuge und Gegner sorgen immer wieder für kleine Wiedererkennungsmomente, ohne dass das Spiel nur von bekannten Namen lebt.

Erkunden, klettern und rätseln

Bei Fallen Order geht es nicht ausschließlich ums Kämpfen. Cal besucht mehrere Planeten, die als große, miteinander verbundene Gebiete aufgebaut sind. Neue Fähigkeiten öffnen nach und nach Wege, die beim ersten Besuch noch versperrt waren. Wer später zu einem bereits besuchten Planeten zurückkehrt, entdeckt deshalb häufig neue Abzweigungen, Truhen und kosmetische Anpassungen.

Das Grundprinzip erinnert an Metroidvania-Spiele: Man sieht eine verschlossene Tür oder einen scheinbar unerreichbaren Vorsprung und merkt sich die Stelle für später. Dazu kommen Kletterpassagen, Rutschstrecken und kleinere Umgebungsrätsel. Diese Abschnitte lockern die Kämpfe angenehm auf und geben den Planeten eine eigene Identität.

Die Erkundung ist nicht immer perfekt. Die verschachtelten Wege können verwirrend sein, und manche Rückwege fühlen sich länger an, als sie sein müssten. Trotzdem hat es seinen Reiz, sich langsam durch die Karten zu arbeiten und irgendwann einen zuvor unerreichbaren Bereich zu erreichen.

Cal Kestis fliegt in Star Wars Jedi: Fallen Order durch eine futuristische Umgebung

Zwischen den Missionen führt die Reise durch sehr unterschiedliche Welten und Landschaften.

Ein Lichtschwert ist kein Freifahrtschein

Das Kampfsystem ist die größte Stärke des Spiels. Cal kämpft mit dem Lichtschwert, kann Blasterschüsse parieren und später zusätzlich die Macht einsetzen. Viele Gegner lassen sich nicht einfach durch wildes Knöpfedrücken besiegen. Angriffe müssen beobachtet, Schläge im richtigen Moment geblockt und gegnerische Schutzleisten gezielt durchbrochen werden.

Dadurch fühlen sich selbst gewöhnliche Sturmtruppen überraschend gefährlich an, wenn mehrere Gegner gleichzeitig angreifen. Besonders viel Spaß machen die Duelle gegen stärkere Gegner und die Kämpfe mit den Bossen. Wenn ein Angriffsmuster endlich verstanden ist und ein schwieriger Gegner fällt, ist die Freude entsprechend groß.

Auch der Schwierigkeitsgrad lässt sich gut an den eigenen Geschmack anpassen. Insgesamt gibt es vier Stufen. Sie verändern unter anderem das Timing für Paraden, den erlittenen Schaden und die Aggressivität der Gegner. Auf der niedrigsten Stufe ist das Spiel eher ein Spaziergang; seinen größten Reiz entfaltet es meiner Meinung nach auf einer der beiden höheren Stufen.

Ich habe die Kampagne auf dem dritthöchsten Schwierigkeitsgrad Jedi-Meister abgeschlossen. Dort verzeiht das Spiel deutlich weniger Fehler, ohne unfair zu wirken. Wer sich auf das Kampfsystem einlässt, wird belohnt: Ein Sieg fühlt sich nicht nur nach Fortschritt, sondern nach einer tatsächlich erlernten Fähigkeit an.

Warum ich diesen Beitrag schreibe

Ich möchte Fallen Order vor allem deshalb empfehlen, weil es ein großartiges Star-Wars-Spiel und zugleich ein gelungenes Action-Adventure ist. Die Mischung aus Lichtschwert, Macht und bekannten Geräuschen funktioniert natürlich besonders gut für Fans. Aber auch wer mit Star Wars nicht jede Einzelheit verbindet, bekommt eine abwechslungsreiche Reise mit spannenden Schauplätzen und einem angenehm geradlinigen Ziel.

Zusätzlich bin ich ein wenig stolz darauf, die Geschichte auf Jedi-Meister beendet zu haben. Auch den Erfolg Sammler konnte ich freischalten, für den alle Welten vollständig erforscht werden müssen. Das bedeutet nicht, dass ich jede einzelne Abzweigung beim ersten Besuch gefunden habe. Gerade die Rückkehr auf bereits besuchte Planeten gehört zum vorgesehenen Spielablauf.

Erfolgsübersicht zu Star Wars Jedi: Fallen Order

Der Erfolg „Sammler“ belohnt die vollständige Erkundung aller Welten.

Atmosphäre zwischen Imperium und Dschungel

Respawn trifft den Ton der Vorlage erstaunlich gut. In einem Moment läuft Cal durch eine verlassene Anlage des Imperiums, im nächsten steht er in einem dichten Dschungel oder in einer uralten Ruine. Die Architektur, die Musik und die Soundeffekte greifen dabei ineinander. Schon das Zünden des Lichtschwerts vermittelt ein vertrautes Gefühl.

Auch die Inszenierung der Figuren trägt viel zur Atmosphäre bei. Die Geschichte nimmt sich Zeit für ruhigere Szenen, in denen Cal und seine Begleiter einander näherkommen. Nicht jede Wendung ist vollkommen überraschend, aber das Zusammenspiel der Crew funktioniert und gibt der Reise genug Persönlichkeit.

Technisch ist das Bild nicht ganz so makellos. Einige Animationen wirken steif, Gesichter und bestimmte Charaktermodelle schwanken in ihrer Qualität. Bei meinem Durchlauf kam es außerdem zu einzelnen Nachladerucklern und kleineren technischen Problemen. Diese Fehler stören, verhindern aber nicht, dass die großen Schauplätze und die wichtigsten Momente ihre Wirkung entfalten.

Mein Fazit

Die PC Games beschrieb Fallen Order als „ein echtes Solo-Abenteuer ohne Schnickschnack“ und als gelungene Rückkehr des Star-Wars-Solo-Abenteuers. Dem kann ich mich anschließen. Dort bekam das Spiel 8 von 10 Punkten; von mir erhält es die volle Punktzahl.

Star Wars Jedi: Fallen Order erfindet das Action-Adventure nicht neu. Es übernimmt Ideen aus anderen Spielen, setzt sie aber stimmig zusammen und passt sie überraschend gut an das Star-Wars-Universum an. Die Lichtschwertkämpfe sind fordernd, die Erkundung motiviert und BD-1 ist ein wunderbarer Begleiter.

Wer Star Wars mag und sich ein umfangreiches Einzelspieler-Spiel wünscht, sollte Cal Kestis auf seiner Reise begleiten. Am meisten empfehle ich, einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad auszuprobieren. Dann bekommen die Duelle das nötige Gewicht und jeder besiegte Boss fühlt sich wie ein kleiner persönlicher Erfolg an.

Weiterführender Test

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