Brothers: A Tale of Two Sons
Brothers: A Tale of Two Sons erzählt eine märchenhafte und bewegende Geschichte, die durch ihre ungewöhnliche Steuerung zu einem ganz besonderen Spielerlebnis wird.

Brothers: A Tale of Two Sons ist ein Abenteuerspiel von Starbreeze Studios aus dem Jahr 2013. Es erzählt seine Geschichte ohne ausufernde Dialoge und ohne eine klassische Sprachausgabe – dafür mit Bildern, Musik und einer eigens erfundenen Sprache, die erstaunlich gut funktioniert.
Eine Reise für zwei Brüder
Die beiden Brüder Naia und Naiee haben ihre Mutter verloren. Nun ist auch ihr Vater schwer krank, und die Jungen machen sich auf die Suche nach einem Heilmittel. Ihre Reise führt sie durch eine liebevoll gestaltete Fantasiewelt, in der sie fremden Menschen helfen, Gefahren ausweichen und kleine Rätsel lösen.
Die Geschichte wirkt wie ein spielbares Märchen: Es gibt freundliche Begegnungen, düstere Momente und immer wieder Situationen, in denen die Brüder nur gemeinsam weiterkommen. Die Handlung wird dabei vor allem durch die Inszenierung erzählt. Gesten, Blicke und die Umgebung sagen oft mehr als lange Gespräche.

Eine ungewöhnliche Steuerung
Das Besondere an Brothers ist die Steuerung. Beide Brüder werden gleichzeitig mit einem Controller gesteuert: Der linke Stick bewegt den einen Jungen, der rechte Stick den anderen. Für Interaktionen kommt jeweils eine eigene Schultertaste hinzu.
Das klingt zunächst komplizierter, als es ist. Nach kurzer Eingewöhnung geht die Steuerung erstaunlich leicht von der Hand. Sie ist nicht bloß ein ungewöhnliches Gimmick, sondern eng mit dem Spielgefühl verbunden. Die Brüder müssen sich ergänzen, und genau das spürt man bei jedem Rätsel und in jeder Geschicklichkeitspassage.
Kleine Momente neben der Handlung
Zwischen den größeren Abschnitten gibt es viele ruhige Augenblicke. An verschiedenen Stellen stehen Bänke, auf denen sich die Brüder einfach niederlassen können. Für den Fortgang der Geschichte ist das nicht notwendig, aber es passt wunderbar zur Atmosphäre.
Diese kleinen Unterbrechungen geben der Welt Zeit zum Atmen. Man kann die Umgebung betrachten, die Musik wirken lassen und für einen Moment vergessen, dass bereits das nächste Rätsel wartet.

Ein stilles, magisches Abenteuer
Brothers ist kein perfektes Spiel. Manche Aufgaben sind sehr einfach, und die technische Präsentation zeigt inzwischen ihr Alter. Trotzdem entwickelt das Abenteuer eine bemerkenswerte Wirkung. Die Geschichte bleibt im Gedächtnis, weil die Spielmechanik ihre emotionalen Momente nicht nur begleitet, sondern unterstützt.
Besonders gelungen ist, wie eng Handlung und Steuerung miteinander verbunden sind. Was man mit den beiden Sticks tut, fühlt sich nicht wie eine zusätzliche Spielebene an, sondern wie ein Teil der Beziehung zwischen den Brüdern. Dadurch entsteht ein Erlebnis, das deutlich länger nachwirkt, als es die relativ kurze Spielzeit vermuten lässt.

Mein Fazit
Für meinen ersten Durchlauf habe ich ungefähr sechseinhalb Stunden gebraucht und dabei auch die Erfolge gesammelt. Brothers: A Tale of Two Sons sieht nicht mehr ganz so modern aus wie aktuelle Spiele, ist aber noch immer stimmungsvoll gestaltet. Vor allem die Musik, die Erzählung und die ungewöhnliche Steuerung funktionieren nach wie vor hervorragend.
Wer ruhige Abenteuerspiele, kleine Rätsel und eine ungewöhnliche Spielidee mag, sollte Brothers unbedingt kennenlernen. Die Geschichte ist überschaubar, aber sie nutzt ihre Zeit sehr gut – und lässt einen am Ende nicht ganz unberührt zurück.

Ein zweiter Durchlauf
Einige Jahre nach dem ersten Spielen habe ich das Abenteuer noch einmal begonnen. Ohne gezielt nach Erfolgen zu suchen, ist man deutlich schneller am Ende. Der zweite Durchlauf hatte deshalb ein anderes Tempo, war aber keineswegs langweilig.
Die Überraschungen des ersten Spiels lassen sich natürlich nicht zurückholen. Dafür fallen beim erneuten Spielen andere Details auf: kleine Gesten, Nebenfiguren und die vielen ruhigen Momente, die man beim ersten Mal vielleicht nur nebenbei wahrnimmt. Auch heute funktioniert Brothers noch erstaunlich gut und hat seine besondere Stimmung bewahrt, und es wird sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass ich es gespielt habe.

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