Das Glück hat acht Arme
Ein warmherziges Drama über eine ungewöhnliche Freundschaft, eine kluge Krake und die Möglichkeit, auch spät im Leben noch einmal neu anzufangen.

Wenn man den Titel Das Glück hat acht Arme liest, ahnt man zunächst nicht, worum es in diesem Film wirklich geht. Der Name klingt leicht und vielleicht sogar ein wenig märchenhaft. Dahinter steckt aber eine ruhige, warmherzige Geschichte über Verlust, Familie und die Begegnung von Menschen, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben.
Worum geht es?
„In dieser herzerwärmenden Verfilmung des beliebten Romans findet eine nachts im Aquarium arbeitende Witwe Halt bei einem listigen Oktopus und einem orientierungslosen jungen Mann.“– Netflix
Im Mittelpunkt steht Tova Sullivan, eine ältere Frau, die nachts als Reinigungskraft in einem Aquarium arbeitet. Die große Attraktion dort ist der Pazifische Riesenkrake Marcellus. Er ist ungewöhnlich klug – und wir als Zuschauer hören seine Gedanken. Marcellus beobachtet die Menschen sehr genau und versucht auf seine ganz eigene Art, ihnen zu helfen.

Die Geschichte beginnt zusätzlich mit Cameron Cassmore. Nach einer Panne strandet er in der kleinen Stadt und sucht dort Arbeit, um die Reparatur bezahlen zu können. Gleichzeitig ist er auf der Suche nach seiner Familie. Mehr möchte ich von der Handlung nicht verraten – am besten findet ihr selbst heraus, wie die verschiedenen Geschichten zusammenhängen.
Die Menschen hinter der Geschichte
Sally Field spielt Tova Sullivan mit großer Ruhe und Wärme. Ihre Figur trägt eine lange Geschichte mit sich herum und hat sich in ihren Alltag zurückgezogen. Gerade die nächtliche Arbeit im Aquarium gibt ihr Struktur – und dort entsteht auch ihre besondere Verbindung zu Marcellus.

Lewis Pullman spielt Cameron, der zunächst etwas verloren wirkt und nicht recht weiß, wo er hingehört. Trekkies werden außerdem Colm Meaney wiedererkennen, der in Star Trek: Deep Space Nine Chief O’Brien spielte. Hier ist er als Ethan zu sehen. Die Stimme von Marcellus stammt im Original von Alfred Molina.
Tova und Cameron
Wer eine große Liebesgeschichte oder rasante Wendungen erwartet, ist bei diesem Film nicht an der richtigen Adresse. Im Kern geht es vor allem um die Freundschaft zwischen Tova und Cameron. Beide tragen auf ihre Weise Fragen aus der Vergangenheit mit sich herum. Ihre Begegnung passiert nicht spektakulär, sondern langsam und glaubwürdig.

Gerade das macht den Reiz der Geschichte aus: Der Film lässt seinen Figuren Zeit. Aus vorsichtigen Gesprächen und kleinen Gesten entsteht allmählich Nähe. Marcellus bleibt dabei nicht nur eine charmante Nebenfigur, sondern bringt die Dinge auf unerwartete Weise in Bewegung.
Ruhig, freundlich und mit einem besonderen Blick auf das Leben
Das Glück hat acht Arme ist kein Actionfilm und auch kein Drama, das jede Minute auf einen großen Höhepunkt zusteuert. Die Geschichte lebt von ihren Figuren, von der Atmosphäre des kleinen Ortes und von der Frage, ob es für einen Neuanfang jemals zu spät sein kann.
Mich erinnert der Film ein wenig an die Serien Virgin River und Sullivan’s Crossing. Auch hier spielt die Geschichte in einer kleinen Stadt am Meer, die ihren eigenen Charme hat und fast wie eine weitere Figur wirkt. Dass Tova mit Nachnamen Sullivan heißt, passt zu dieser Assoziation besonders gut. Der Film ist sentimental, ohne oberflächlich zu sein, und rührt an manchen Stellen durchaus zu Tränen.

Der Film ist gefühlvoll, ohne dabei zu aufdringlich zu werden. Er erzählt von Einsamkeit und Verlust, aber auch davon, wie wichtig es sein kann, Menschen noch einmal eine Chance zu geben. Und natürlich davon, dass man manchmal Hilfe aus einer Richtung bekommt, mit der man niemals gerechnet hätte.
Fazit
Wer Action oder eine große, komplizierte Handlung sucht, wird hier vermutlich nicht glücklich. Wer sich dagegen auf einen ruhigen, menschlichen Film einlassen möchte, findet eine schöne Geschichte über Freundschaft, Familie und zweite Chancen.
Für mich funktioniert Das Glück hat acht Arme besonders wegen seiner Figuren: Tova und Cameron sind keine Helden, die die Welt retten müssen. Sie sind zwei Menschen, die sich gegenseitig helfen, wieder ein Stück weiterzugehen. Marcellus macht daraus mit seinen acht Armen und seinem scharfen Blick etwas ganz Besonderes.
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