Personen

Herbert Feuerstein

Ein persönlicher Rückblick auf Herbert Feuerstein, seinen besonderen Humor und die Fernsehzeit, in der ich ihn kennengelernt habe.

·3 Min. Lesezeit
Cover von Herbert Feuerstein
Herbert Feuerstein im Jahr 2005. Foto von Elke Wetzig (Elya) auf Wikimedia Commons.

Herbert Feuerstein ist am Dienstag, dem 6. Oktober 2020, gestorben. Warum schreibe ich darüber? Weil er für mich zu den wenigen Menschen im deutschen Fernsehen gehörte, die sich nicht vom üblichen Medienrummel vereinnahmen ließen. Er wirkte nie glattgebügelt, nie gefällig, sondern ging einfach seinen eigenen Weg. Um zu verstehen, woher dieser Eigensinn kam, lohnt ein Blick auf seinen Werdegang.

Von Zell am See nach New York

Blick auf Zell am See in Österreich

Geburtsort Zell am See. Foto: Bestzeller (“Zell am See.Wiki”), gemeinfrei, Details auf Wikimedia Commons.

Herbert Feuerstein wurde am 15. Juni 1937 in Zell am See in Österreich geboren und wuchs in Salzburg auf. Er studierte Klavier, Cembalo und Komposition, zog 1960 mit seiner Frau Pearl Higa nach New York und arbeitete dort als Redakteur, später als Chefredakteur der deutschsprachigen New Yorker Staats-Zeitung. Außerdem war er für den Hörfunk tätig und schrieb als USA-Korrespondent für die Satirezeitschrift Pardon.

Pardon, MAD und die Rückkehr nach Europa

Nach dem Ende seiner Ehe kehrte Feuerstein 1969 nach Europa zurück. Er wurde Verlagsleiter bei Bärmeier & Nikel, dem Verlag hinter Pardon, und prägte später über viele Jahre das deutsche MAD-Magazin, unter anderem als Chefredakteur.

Logo der Fernsehsendung Schmidteinander
Für viele bleibt Feuerstein untrennbar mit Schmidteinander verbunden.

Schmidteinander und kontrolliertes Chaos

Ich selbst habe Herbert Feuerstein zum ersten Mal während einer Klassenfahrt in den 90ern im Fernsehen gesehen. Ein Freund hatte mir die Sendung empfohlen. Und ja, manche Witze waren plump, manche wiederholten sich. Aber genau dieses kontrollierte Chaos hatte etwas Eigenes. Es war albern, eigensinnig und sehr oft einfach komisch. Umso trauriger war ich, als Schmidteinander 1994 beendet wurde.

Gilbert Huph aus dem Film Die Unglaublichen
Gilbert Huph aus Die Unglaublichen erinnert nicht nur optisch an Herbert Feuerstein.

Eine kleine Pixar-Pointe

Kennt ihr Gilbert Huph? Das ist eine Figur aus dem Pixar-Film Die Unglaublichen. Ich finde, Gilbert sieht Herbert Feuerstein verblüffend ähnlich. Witzigerweise wurde diese Figur in der deutschen Synchronfassung tatsächlich von Feuerstein gesprochen. Falls ihr den Film noch nicht kennt: anschauen. Der Film funktioniert nicht nur für Kinder.

Kanntet ihr Herbert Feuerstein? Wenn ihr mir eure Erinnerungen oder eure Meinung dazu mitteilen wollt, könnt ihr das gern über das Kontaktformular tun.

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